Mehrere Systeme auf einer Karte

Anleitung — Boot-Menü AmiBootLoader, Boot Menu Prefs, Menü über HDMI

Eine Karte kann mehrere komplette Systeme tragen — deine eigene Workbench, Coffin, AGS, eine Spielesammlung —, und beim Einschalten fragt ein Boot-Menü, welches starten soll. Amiga Imager baut so eine Karte aus Images, die du schon hast: Es kopiert ihre Partitionen auf die neue Karte und fügt das Menü hinzu. Die Quell-Images werden nur gelesen, nie verändert.

Neu in 0.99.18. Beim Bauen wird alles auf der Karte ersetzt – sichere vorher, was du von ihr noch brauchst. Bitte melde, was du siehst — der letzte Abschnitt sagt, was am meisten hilft.

Das Menü ist AmiBootLoader, der eigene Bootmanager von Amiga Imager. Er liegt auf einer kleinen eigenen Partition, braucht Kickstart 2.04 oder neuer und stellt auf dem PiStorm je System das Kickstart-ROM und die Emu68-Version um.

Was du brauchst

So richtest du es ein

  1. Schalte unter Einstellungen → Erstellen Modus „Leeres Image“ anzeigen und den Boot-Manager für Images mit mehreren Systemen ein. Hängt dein PiStorm an HDMI, schalte auch PiStorm: Boot-Menü über HDMI zeigen ein.
  2. Wähle Leeres Image erstellen und deine Plattform. Beim PiStorm wählst du dein Kickstart-ROM.
  3. Klicke im Partitionseditor neben einer Partition auf das Laufwerk mit Plus (Partitionen aus einem vorhandenen Image hinzufügen …) und wähle ein Image. Ein Fenster zeigt seine Partitionen mit Dateisystem, Größe und Inhalt; hake die gewünschten an. Wiederhole das für jedes Image.
  4. Jede importierte Partition zeigt Aus Image als Quelle. Diese Partition im Boot-Menü anbieten entscheidet, welche Systeme das Menü zeigt. Der Eintrag heißt wie die Image-Datei; mit Menütitel gibst du ihm einen anderen Namen.
  5. Erstellen — als Datei oder mit Erstellen & auf Karte schreiben direkt auf die Karte.

Partitionsgrößen

Eine importierte Partition startet mit automatischer Größe: ihr Inhalt plus etwas freier Platz — nicht die Größe aus dem Quell-Image (aus einer 2-GB-Workbench können 450 MB werden). Um das zu ändern, wähle die Zeile aus und tippe eine Größe ein, oder lass eine Partition den Rest der Karte nehmen. Größer geht immer; kleiner als der Inhalt nicht — der Editor zeigt Braucht mindestens … MiB in Orange, und der Build bricht mit einer klaren Meldung ab. Das Image wächst von selbst mit; Image an Partitionen anpassen verkleinert es wieder.

Der Editor zeigt bei jeder importierten Partition auch ihre Größe im Image; Größe wie im Image gibt sie ihr mit einem Klick zurück (nie kleiner, als ihr Inhalt braucht).

Was kopiert wird — und wie

Kickstart je System (PiStorm)

Jedes System startet mit dem ROM der Karte, außer du wählst im Partitionseditor Kickstart für dieses System — Coffin zum Beispiel braucht sein eigenes. Emu68 lädt das ROM nur beim Start des Raspberry Pi. Wählst du ein System mit einem anderen ROM, stellt das Menü die Karte um und bittet dich, einmal Strg-Amiga-Amiga zu drücken: Das startet den Pi neu, und das System kommt mit seinem ROM hoch. Aus- und Einschalten geht auch. Systeme mit demselben ROM wechseln wie bisher. Für Coffin r65 nimmst du das ROM, das im Image liegt (DEVS:Kickstarts/coffin.rom).

Importierte Systeme anpassen

Braucht ein importiertes System Änderungen, um auf der Karte zu laufen, zeigt der Partitionseditor Für diese Karte anpassen. Die Schalter sind voreingestellt an; jede geänderte Datei behält ihr Original daneben (.orig, .old).

Das Menü bedienen

Taste / EingabeWirkung
↑ ↓ oder 1–9auswählen
Return, ein Mausklick, Joystick-Feuer (Port 2)starten
beliebige Tastehält den 10-Sekunden-Countdown an
Kstarten und behalten: Ab dann startet die Karte direkt dieses System
Esceine Shell auf der Menü-Partition
Rdie Rettungs-Shell (wenn eingeschaltet, siehe unten)

Das zuletzt gestartete System — auf einer neuen Karte das erste — ist markiert und startet nach zehn Sekunden von selbst. Aus jedem laufenden System wählst du per Doppelklick auf Boot Menu auf der Disk BootMenu das System für den nächsten Start; so kommt auch das Menü nach K zurück.

Auf dem Desktop

Jedes System behält seine eigenen Laufwerks-Icons. Die Karte legt ihre eigenen Laufwerke in eine zweite Spalte: oben BootMenu (die Festplatte mit dem Boing-Ball), darunter gemeinsame Datenpartitionen. EMU68BOOT steht an seinem gewohnten Platz. Eine gemeinsame Partition bekommt nie den Namen eines Systemlaufwerks — ein zweites Work heißt Work2.

Boot Menu Prefs — das Menü auf dem Amiga ändern

Neben Boot Menu liegt auf der BootMenu-Disk Boot Menu Prefs. Starte es per Doppelklick in einem beliebigen System, um

Änderungen wirken ab dem nächsten Start. Boot Menu Prefs ist (noch) englisch.

Das Menü über HDMI (PiStorm)

Ohne die HDMI-Option erscheint das Menü nur am Videoausgang des Amiga. Mit ihr bekommt die Menü-Partition ein kleines Picasso96 mit VideoCore, und das Menü öffnet sich auf HDMI (der Start dauert ein paar Sekunden länger). Dafür braucht es deinen 3.2-ADF-Ordner; Picasso96 und Emu68-tools werden geladen — oder dein iComp-Picasso96-Archiv wird benutzt, falls du eins gewählt hast.

Austauschpartition (PiStorm)

Einstellungen → PiStorm → Austauschpartition legt am Ende der Karte eine FAT32-Partition EXCHANGE an (standardmäßig 4 GB). Ein Mac oder PC sieht sie als normales Laufwerk; auf dem Amiga erscheint sie als EXCHANGE: in jedem System, das fat95 hat — für Musik, Downloads oder WHDLoad-Archive. Ihre Größe geht von den Amiga-Partitionen ab; die Kartengröße bleibt.

Die Rettungs-Shell

Mit Boot-Menü: Rettungs-Shell in Einstellungen → Erstellen startet R im Menü den Amiga neu, bindet alle Partitionen der Karte ein (MBA0, MBB0 …) und öffnet eine Shell auf der Menü-Partition mit den üblichen Befehlen aus deinen 3.2-ADFs — der Weg in ein System, das nicht mehr startet, z. B. Copy MBB0:S/Startup-Sequence.orig MBB0:S/Startup-Sequence. Strg-Amiga-Amiga bringt das Menü zurück. Sie nutzt den eigenen Videoausgang des Amiga.

Wenn ein System nicht ins Menü zurückkehrt

Amiga Imager fügt jedem System eine Zeile AmiBootLoader RESET in S:User-Startup ein; sie stellt die Karte so zurück, dass der nächste Start das Menü zeigt. Hängt ein System vor dieser Zeile, startet es beim nächsten Mal wieder. Der Ausweg: Beim Einschalten beide Maustasten halten, Boot Options wählen, BOOTMENU auswählen und booten.

Was getestet ist

Stand
FFS-, OFS-, PFS3-Imagesgeht — getestet mit Workbench 3.2.3, Coffin R58 und r65, AGS2
Kickstart je Systemgeht — Coffin r65 mit eigenem ROM neben 3.2.3 (A1200, PiStorm32-lite)
SFS-Partitionenkönnen noch nicht gelesen werden — das Import-Fenster zeigt sie ausgegraut
AmiKitgeht — AmiKit 12.2 mit Emu68 1.0.7 neben 3.2.3 und Coffin r65 mit 1.1, auch über HDMI (A1200 mit PiStorm32-lite)
AmigaVision, System Onenoch nicht getestet — bitte ausprobieren
Menü über HDMIgeht — A1200 mit PiStorm32-lite, Emu68 1.0.7 und 1.1
Austauschpartition, Rettungs-Shellneu — bitte ausprobieren
Classic-/Emulator-Kartenwerden gebaut, aber viel weniger getestet als PiStorm

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