Handbuch

Amiga Imager v0.90

Aktuelles Handbuch fuer Amiga Imager v0.90. Dieser Leitfaden wurde mit dem ausgelieferten Build 0.90 / 260711 abgeglichen und bleibt das aktuelle oeffentliche Handbuch, bis eine neuere Version erscheint.

  • Mit Build 260711 abgeglichen
  • Deutscher Referenzleitfaden
  • Aktuell bis zur naechsten Handbuch-Version

Worum es in diesem Handbuch geht

Dieses Handbuch ist der aktuelle Praxisleitfaden fuer Amiga Imager v0.90. Es orientiert sich am tatsaechlichen App-Build. Es beschreibt die beiden Haupt-Workflows, den aktuellen Build-Bildschirm, plattformspezifische Hinweise und die neueren Settings-Bereiche.

Was die App macht

Amiga Imager ist eine native macOS-App, die aus einem Workflow heraus startfaehige Amiga-Systeme erstellt.

  • PiStorm / Emu68 und Classic Amiga werden als .img-Dateien gebaut.
  • MiSTer / Minimig wird als .hdf-Datei gebaut.
  • Fertige Images koennen direkt aus der App auf SD-, CF- oder USB-Medien geschrieben werden.
  • Die App unterstuetzt sowohl Simple als auch Advanced.
  • Optionale Community-Software kann waehrend des Builds mitinstalliert werden.
  • v0.90 fuehrt eine native Disk Engine (AmigaDiskKit) ein, die RDB- und FFS-Operationen intern erledigt und die Zuverlaessigkeit auf echter Amiga-Hardware verbessert.

Was du vor dem Start brauchst

Fuer einen normalen Build sollten diese Dinge vorbereitet sein:

  • ein Mac mit macOS 14 Sonoma oder neuer
  • eine gueltige Kickstart-ROM
  • passende AmigaOS-Installationsmedien
  • ein Zielmedium wie SD-, CF- oder USB-Datentraeger, wenn das Image direkt geschrieben werden soll
  • Internetzugang fuer optionale Paket-Downloads

Welche Quelldateien noetig sind, haengt von der gewaehlten AmigaOS-Version ab:

  • AmigaOS 3.1 / 3.1.4: ADF-Quellordner
  • AmigaOS 3.2.x: ADF-Quellordner oder 3.2-CD-ISO
  • AmigaOS 3.9: CD-ISO plus Boing Bag 1 und Boing Bag 2

Optional, aber fuer aktuelle v0.90-Builds oft sinnvoll:

  • ein bezahltes Picasso96-Archiv von Individual Computers fuer die breiteste Classic-RTG-Kompatibilitaet
  • ein gueltiges Roadshow.lha, wenn Roadshow Full statt der Demo verwendet werden soll
  • Registrierungsdateien fuer IBrowse oder IMP3, falls lizenzierte Funktionen genutzt werden sollen

Die beiden Haupt-Workflows

Build bootable image

Das ist der wichtigste Modus. Hier werden Plattform, Installationsmedien, ROM, optionale Software und weitere Einstellungen ausgewaehlt. Vor dem eigentlichen Start zeigt die App eine Build Summary mit den aktuellen Einstellungen und Hinweisen an.

Flash existing image

Dieser Modus schreibt ein bereits erstelltes Image auf ein reales Medium. Der Ablauf ist bewusst knapp: Image auswaehlen, Zieldatentraeger auswaehlen, bei Bedarf Only show external disks aktiv lassen und anschliessend Write to Disk klicken.

Beim Schreiben auf physische Datentraeger fragt macOS gegebenenfalls nach dem Admin-Passwort. Falls der Rohzugriff blockiert wird, muss Full Disk Access fuer Amiga Imager freigegeben werden.

So funktioniert der aktuelle Build-Ablauf

1. Grundlegende Eingaben festlegen

  • Target platform auswaehlen: PiStorm / Emu68, Classic Amiga oder MiSTer (Minimig).
  • AmigaOS version waehlen. Wenn moeglich auf Auto lassen und mit Check Media pruefen.
  • Je nach OS-Version ADF source, ISO oder beides angeben.
  • Die Amiga ROM auswaehlen.
  • Den output image path festlegen.

2. Entscheiden, ob Simple reicht oder Advanced noetig ist

Simple ist der schnellste Weg. Der Modus setzt sichere Standardwerte fuer einen ersten Build, darunter gebuendelte Assets, EN plus Systemsprache, Roadshow Demo und den Shareware-Picasso96-Pfad, wenn RTG benoetigt wird.

Advanced schaltet den vollen Funktionsumfang frei. Das ist der richtige Modus fuer individuelle Hardware, manuelle Roadshow- oder Picasso96-Archive, Transfer-Ordner, paketbezogene Registrierungen, benutzerdefinierte Image-Groessen oder gespeicherte Profile.

3. Die Build-Karten durchgehen

Input

Hier werden Plattform, OS-Version, Medien, ROM und Ausgabe-Image gesetzt. Bei Classic-Builds erscheinen zusaetzlich die aktuellen Hardware-Auswahlen fuer Machine, Accelerator, RTG Graphics Card und Network Card.

Configuration

In Advanced liegen hier die aktuellen v0.90-Einstellungen:

  • Display: vordefinierter oder eigener Screenmode, Workbench-Tiefe, Backdrop, Icon-Set
  • P96 iComp archive: optionales kommerzielles Picasso96-Archiv fuer Classic-RTG
  • FrameThrower: PiStorm-spezifische Video-Einstellungen wie Modus, Autostart, Skalierung, Groesse, Helligkeit und Kontrast
  • Network: None, Roadshow (Demo) oder Roadshow (Full), dazu Wi-Fi wenn unterstuetzt
  • Transfer Folder: Host-Ordner waehrend des Builds in eine gewaehlte Amiga-Partition kopieren

Optional Software

In Simple gibt es einen kompakten Community-Paket-Schalter. In Advanced wird die Paketauswahl gruppiert dargestellt - mit mehr als 30 verfuegbaren Paketen aus Bereichen wie Internet, Multimedia, Utilities und System.

Einige Pakete oeffnen nur bei Bedarf Zusatzfelder, zum Beispiel:

  • WHDLoad Kickstarts
  • IBrowse Key
  • IMP3 Reg

Neu in v0.90:

  • Solas - Clockport-RGB-LED-Controller fuer passende Amigas
  • LumiWeather - Wetter-Widget (Roadshow erforderlich)
  • LumiPass - Passwort-Manager
  • LumiReg - Registrierung und Lizenzverwaltung

Image & Build

Hier werden die Image-Groesse und der eigentliche Build gesteuert. Simple bleibt bei den Presets. Advanced schaltet die volle Groessensteuerung, die Partitionsaufteilung, Profile speichern/laden und die abschliessenden Build-Aktionen frei.

  • Build Image wird fuer PiStorm und Classic verwendet.
  • Build HDF wird fuer MiSTer verwendet.
  • Vor dem Scriptstart zeigt die App eine Build Summary mit den aktuellen Einstellungen und Hinweisen an.
  • Nach einem erfolgreichen Build kann direkt Use Built Image genutzt und anschliessend in den Schreibmodus gewechselt werden.
  • Wenn ein Build fertig ist, zeigt macOS jetzt eine Benachrichtigung an, sodass die App nicht die ganze Zeit im Vordergrund bleiben muss.

Plattformspezifische Hinweise fuer v0.90

PiStorm / Emu68

  • Der Build erzeugt eine .img-Datei.
  • Wi-Fi und FrameThrower sind PiStorm-spezifisch.
  • Im Bereich PiStorm der Settings werden Boot-Bundle-Quelle und Prerelease-Firmware gesteuert.

Classic Amiga

  • Aktuelle RTG-Auswahl umfasst VA2000, P-Vision, Vampire SAGA und ZZ9000.
  • Aktuelle Netzwerkauswahl umfasst neben weiteren Classic-NICs auch A314, ZZ9000Net und PicoWiFy.
  • A314 braucht Roadshow. Die App markiert das in der Build Summary als Problem, wenn A314 ohne Roadshow ausgewaehlt wurde.
  • PicoWiFy ist ein Clockport-WLAN-Adapter von Niklas Ekstroem und steht jetzt als Classic-Netzwerkoption zur Verfuegung.
  • v0.90 verbessert besonders die Zuverlaessigkeit bei Boot-Modulen, DOS7-Handling und Paketauswahl auf Classic-Systemen.

MiSTer / Minimig

  • Der Build erzeugt eine .hdf-Datei.
  • Optionales RTG laeuft ueber UAEGFX.
  • Wenn Netzwerk aktiv ist, muss in MiSTer UART Mode = PPP und Baud = 115200 gesetzt werden.

Native Disk Engine (v0.90)

v0.90 fuehrt AmigaDiskKit ein, eine native Swift-Implementierung fuer RDB- und FFS-Disk-Operationen. Neue Installationen nutzen diese Engine standardmaessig. Partitionierung, FFS-Formatierung und Dateioperationen laufen damit auf dem zentralen Build-Pfad intern statt ueber den alten externen Tool-Weg.

Diese Aenderung behebt eine Klasse von Zuverlaessigkeitsproblemen rund um fehlerhafte FFS-Root-Blocks, die auf echter Amiga-Hardware zu "Not a DOS disk" fuehren konnten, obwohl das Image auf den ersten Blick korrekt aussah.

Falls fuer Vergleichszwecke der alte Weg benoetigt wird, gibt es unter Settings -> Debug einen Disk Engine-Schalter.

Settings-Fenster (Cmd+,)

Das aktuelle App-Build hat ein eigenes Settings-Fenster mit fuenf Bereichen:

  • Build: Build-Verhalten, Aminet-Exposition, UserFiles-Auto-Discovery, Asset-Ordner
  • Storage: Reduktionswerte fuer SD-Karten, damit Images auf reale Medien passen
  • PiStorm: Floppy-Buffer, Boot-Bundle-Quelle, Prerelease-Schalter, optionale Firmware-URL
  • Classic: A314-Auto-Mount und optionales DEVS:a314.config
  • Debug: Diagnose-Ausgabe, Disk Engine-Schalter (native AmigaDiskKit vs. Legacy hst-imager) und weitere Entwickleroptionen

Wer beim Standardablauf bleibt, muss die meisten dieser Punkte nicht anfassen. Relevant werden sie vor allem bei spezieller Hardware oder wiederkehrenden Test- und Build-Profilen.

Fehlersuche

Hilfsprogramme lassen sich nicht installieren

Install / Retry nutzen. Die App bringt Hilfsprogramme fuer Aufgaben wie FAT32-Erstellung auf PiStorm und Legacy-Disk-Operationen mit. Die native Engine uebernimmt zwar den zentralen RDB- und FFS-Pfad, aber nicht jede Operation laeuft schon komplett ohne diese Werkzeuge.

Der Build laesst sich nicht starten

Meist fehlen Installationsmedien, Kickstart-ROM oder der Ausgabe-Pfad. Bei AmigaOS 3.9 muessen zusaetzlich beide Boing-Bag-Updates vorhanden sein.

Schreiben auf Datentraeger scheitert unter macOS

Full Disk Access fuer Amiga Imager unter System Settings -> Privacy & Security -> Full Disk Access aktivieren und danach erneut versuchen. Ein erneutes Einstecken des Zielmediums kann ebenfalls helfen.

A314 funktioniert nicht

Pruefen, ob als Netzwerk-Stack Roadshow Demo oder Roadshow Full aktiv ist. Mit None wird A314 nicht unterstuetzt.

Das Image startet auf dem Mac oder im Emulator, aber nicht auf echter Hardware

Das war das typische Symptom des in v0.90 behobenen FFS-Root-Block-Problems. Wenn so ein Verhalten mit einem aelteren Image auftritt, das Image mit v0.90 neu bauen. Die native Disk Engine schreibt den Root-Block jetzt korrekt. Falls in Settings -> Debug versehentlich Legacy aktiv ist, wieder auf Native umstellen und neu bauen.

Das Image ist zu gross fuer die Karte

Ein kleineres Preset waehlen, die benutzerdefinierte Groesse reduzieren oder ueber die Storage-Einstellungen mehr Headroom fuer reale SD-Medien lassen.

Es wird Hilfe bei einem Problem benoetigt

Nach dem Fehler Export Log verwenden und die Angaben aus der Build Summary sichern. Damit laesst sich die aktuelle Build-Konfiguration am schnellsten nachvollziehen.